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Die Hans-Haffner-Sternwarte ist nun Schul- und Universitätssternwarte

-Kooperation zwischen Universität und Schülerlabor am FKG-

An der Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Labors für Schüler am FKG e.V. arbeiten schon seit Jahren Schüler, Studenten und Wissenschaftler eng zusammen. Diese Zusammenarbeit wurde nun durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Laborverein und der Universität Würzburg institutionalisiert. Dadurch wird die Hans-Haffner-Sternwarte in Hettstadt ganz offiziell Schul- und Universitätssternwarte.

Bei der Vertragsunterzeichnung, hinten von links: Dr. Siegfried Rose, Martin Feige, Jannik Kania und Nils Zottmann. Sitzend von links Professor Thomas Müller, Christian Lorey, Universitätsvizepräsidentin Barbara Sponholz und Professor Karl Mannheim. (Foto: Robert Emmerich)

Die Hans-Haffner-Sternwarte wurde von Sommer 2008 bis Ende 2009 von Schülern, Eltern, Lehrern, unterstützt von örtlichen Unternehmen und mit tatkräftiger Hilfe der Gemeinde Hettstadt am Mädelhofer Weg in Hettstadt errichtet. Das Observatorium konnte rechtzeitig zum Ende des lnternationalen Jahrs der Astronomie 2009 am 18. Dezember eingeweiht werden.

In dieser Zeit entwickelte sich auch die Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Karl Mannheim, der 2001 den Lehrstuhl für Astronomie an der Universität Würzburg übernommen hatte und dem Naturwissenschaftlichen Labor für Schüler am FKG e.V.

Die Sternwarte wird seitdem nicht nur von Schülern des FKG und anderer Schulen genutzt, sondern in zunehmendem Maße auch von Studierenden für astronomische Praktika und von Mitarbeitern des Lehrstuhls für Forschungsprojekte, in die auch Schüler eingebunden werden.

Als wissenschaftlicher Höhepunkt dieser Zusammenarbeit entstand das Projekt "Helligkeitsschwankungen aktiver Galaxienkerne": Schülerinnen und Schüler des Schülerlabors untersuchen an der Sternwarte die Helligkeit aktiver Galaxienkerne im optischen Spektralbereich. Diese Messungen ergänzen die Forschungsarbeit der Wissenschaftler des Lehrstuhls für Astronomie, die dieselben Objekte im Gammastrahlenbereich mit dem MAGIC-Teleskopsystems auf der Kanareninsel La Palma untersuchen. Für dieses Projekt stattete der Lehrstuhl die Sternwarte Hettstadt mit einem professionellen Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 50cm aus.

Zum "First Light" dieses neuen Hauptinstrumentes wurde die Sternwarte am 21. März 2012 nach dem Astronomen und ersten Ordinarius für Astronomie an der Universität Würzburg, Prof. Dr. Hans Haffner, benannt.

Der Erfolg des Projekts "Helligkeitsschwankungen aktiver Galaxienkerne" wurde im Jahr 2013 von der Robert-Bosch-Stiftung mit einem zweiten Preis bei "Schule trifft Wissenschaft" ausgezeichnet.

Ein weiterer Höhepunkt dieser erfolgreichen Zusammenarbeit war im Dezember 2015: In einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters wurden kürzlich auch Ergebnisse der Messungen an der Hans-Haffner-Sternwarte veröffentlicht. Dabei treten nicht nur die Astronomen der Universität Würzburg sondern auch die beteiligten Schüler und Lehrer des FKG als Mitautoren auf. Der Artikel findet weltweit Beachtung. So widmet sogar die NASA diesem astrophysikalischen Ereignis eine eigene Seite auf ihrer Homepage, auf der auch auf diese Veröffentlichung verwiesen wird (https://svs.gsfc.nasa.gov/cgi-bin/details.cgi?aid=12004).

Für die Universität ist die Hans-Haffner-Sternwarte nun die vierte Universitätssternwarte in ihrer Geschichte. Bis zur Bombennacht im März 1945 war die Universitätssternwarte im Turm der Neubaukirche untergebracht, wo sie 1757 auf Anordnung des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim durch den Professor für Mathematik und Astronomie, den Jesuitenpater Franz Huberti, eingerichtet worden war. Nach einem kurzen Intermezzo in der Franziskanergasse wurde in den 1960er in der Keesburg die neue Universitätssternwarte errichtet. Auf Grund der stark angewachsenen Lichtverschmutzung wurde diese Sternwarte schon seit den 1990er Jahren nicht mehr durch die Universität genutzt und 2000 endgültig aufgegeben. Seitdem wird sie als Volkssternwarte genutzt. "Mitten in der Lichtglocke von Würzburg sind empfindliche Messungen für wissenschaftliche Zwecke nicht möglich", so Professor Mannheim. Der Standort bei Hettstadt dagegen sei überraschend gut geeignet, das hätten die Messreihen der vergangenen Jahre eindeutig gezeigt.

Christian Lorey und Martin Feige
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