Friedrich-Koenig-Gymnasium

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Lesung mit Dr. Umeswaran Arunagirinathan

"Sri Lanka ist eine wunderschöne Insel, mit vielen schönen Stränden. Im Süden liegen herrliche Berge mit Teeplantagen. In Kandy, der heiligen Stadt der Buddhisten, befindet sich ein Tempel, wo ein Zahn Buddas aufbewahrt wird. - [...] Aber diese Idylle trügt." Umeswaran Arunagirinathan, geboren 1978 in Sri Lanka, hat mit seiner Lesung am 6.11. Zuhörerinnen und Zuhörer sofort in seinen Bann gezogen. Wir haben von dem unglaublichen Fluchtweg eines Dreizehnjährigen gehört, für den klar war, dass es kein Zurück mehr gab und nur vielleicht oder hoffentlich ein Ankommen in der Fremde, in Deutschland, bei einem Verwandten. "Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehören Gespräche darüber, wie man das Land am besten verlassen und wohin man flüchten könnte. Meine Heimat, mein Zuhause, war nicht sicher; hier war man immer in Lebensgefahr und eigentlich wollten die meisten Menschen nur weg. […] Meine Mutter hat sich immer in der Nachbarschaft nach Fluchtmöglichkeiten für uns Kinder umgehört. Man kannte ja Nachbarn, die geflohen waren oder ihre Kinder mit Schleppern nach Europa und Amerika geschickt hatten." Manch einer mag da kurz den Atem angehalten haben; passt das Bild eines kompetenten und v.a. lebensrettenden Schleppers – "kompetent, da ein Mensch, der geographisch und politisch über den Fluchtweg sehr gut informiert ist" - doch so gar nicht zu dem der kriminellen Schlepperbanden, die wir in politischen Diskussionen meist in unseren Köpfen haben.

Der MZR war bis auf den letzten Platz gefüllt, Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe, der SMV, Schülerinnen und Schüler der Initiative SOR SMC, zahlreiche Eltern, Lehrkräfte und andere Interessierte waren zusammengekommen, um der Lesung des deutschen Arztes und angehenden Herzchirurgen zu folgen.

Dr. Umes, wie ihn seine Patienten heute nennen, las aus seinen beiden Büchern "Allein auf der Flucht" und "Der Fremde Deutsche". Erstaunlich, wie es ihm beim Lesen und Erzählen immer wieder gelingt, seine Zuhörer nicht nur nachdenklich zu stimmen oder betroffen zu machen, sondern auch zum Lachen zu bringen. Humor, so meint Umes sei ganz wichtig, denn ohne eine gewisse Leichtigkeit könne man nicht auf Menschen zugehen, die sich vor jemandem, der fremd erscheint - obwohl er doch längst hier bei uns in Deutschland zu Hause ist – verschließen. In seinem zweiten Buch reihen sich Geschichten aneinander, in denen er beschreibt, wie er Ablehnung und Vorurteilen bis heute mit Humor und Offenheit begegnet. So meint er z.B. dass es ja schon nett sei, wenn ihn jemand wegen seiner guten Deutschkenntnisse lobe, dieser jemand könne ja nicht wissen, dass Deutsch tatsächlich die Sprache sei, die er heute am besten spreche.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Initiative "Demokratie leben!" in Würzburg, die diese großartige Lesung an unserer Schule finanziert hat.

Herzlichen Dank auch an das P-Seminar der Q11 "Flucht hat ein Gesicht", das für die Organisation des gelungenen Abends verantwortlich war. Gut gemacht!

Annette Berger
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