Friedrich-Koenig-Gymnasium

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Evolutionsbiologische Führung durch die Tropengewächshäuser

Am Montag, den 17.12.2018, unternahm der Bio-Kurs von Frau Öhrlein zusammen mit den Biologiereferendaren eine Exkursion in den Botanischen Garten der Universität Würzburg. Dort führte uns Herr Dr. Vogg, der Leiter des Botanischen Gartens, durch den Tropenschauhauskomplex.

Im Gewächshaus mit der Klimaführung des immerfeuchten Tieflandregenwaldes ergänzte Herr Dr. Vogg unseren Blick auf die Fülle tropischen Wachstums mit Erklärungen zu Lianen, Würgefeigen, der Kokosnuss und Mangroven. Lianen sind Kletterpflanzen. Sie wachsen an Bäumen empor und gelangen so an das Sonnenlicht, das die dichten Baumkronen des tropischen Regenwaldes kaum durchdringen kann. Würgefeigen haben ihren Namen von der Besonderheit, dass sie ihren Wirt (Baum) langsam durch das Unterbinden des Wasser- und Nährstofftransports erdrosseln. Wird eine Kokosnuss, nachdem sie monatelang im Salzwasser getrieben ist, an eine neue Küste angespült, besitzt sie immer noch die Fähigkeit auszukeimen. Bei Mangroven keimen die Samen bereits aus, wenn sie noch an der Pflanze hängen. Fallen die Embryonen ab, können sie in einer nur wenige Stunden dauernden Ebbe einwurzeln.

Im Gewächshaus, welches das Klima des tropischen Bergnebelwaldes imitiert, wurden uns Baumfarne vorgestellt. Die Besonderheit dieser Pflanzen ist, dass sie ihre Wurzeln hauptsächlich außen am Stamm tragen, da die Luftfeuchtigkeit in dieser Region besonders hoch ist. So kann Wasser nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus der Luft aufgenommen werden.

Im Gewächshaus mit der Klimaführung der Trockengebiete der Erde verglichen wir die Euphorbien Afrikas und die Kakteen Amerikas. Bei beiden ist die Sprossachse aufgrund von Wasserspeicherung verdickt und sind die Blätter als Dornen ausgebildet. Das ähnliche Erscheinungsbild dieser Sukkulenten lässt sich auf eine konvergente Entwicklung zurück-führen.

Im letzten Gewächshaus mit einer beeindruckenden Anzahl von Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen erhielten wir interessante Informationen über einige ausgewählte Pflanzen, wie z. B. Baumwolle, Kaffee, Kakao, Vanille und Kautschuk. Staaten haben z. B. versucht, ihre Monopolstellung im Hinblick auf Nutzpflanzen zu halten. Dies gelang jedoch nicht. Es wurden z. B. Samen von Kautschukbäumen in toten Krokodilen, die ausgeführt werden durften, aus Brasilien geschmuggelt.

Wir danken Herrn Dr. Vogg für die informative und sehr interessante Führung!

Simon Krug, Lilian Gawlas (Q12)
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