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Totale Mondfinsternis am Montagmorgen

Gleich zu Beginn des Jahres 2019 fand ein besonderes astronomisches Ereignis statt: Am 21. Januar 2019 war eine totale Mondfinsternis.

Die Mondbilder dieses Artikels finden Sie hier: https://www.dropbox.com/sh/wg3d18w1vrbos1t/AAAyTiBb7wIjm0fMt6fERleIa?dl=0.

Totale Mondfinsternisse sind zwar häufiger beobachtbar als totale Sonnenfinsternisse, trotzdem sind sie rare astronomische Besonderheiten: Auch wenn uns allen noch die letzte totale Mondfinsternis vom 27. Juli des letzten Jahres gut in Erinnerung ist – damals war vom Jahrhundert-Blutmond die Rede – sind totale Mondfinsternisse bei uns nur alle eineinhalb bis zwei Jahre beobachtbar. Das Besondere an der totalen Mondfinsternis im Sommer 2018 waren ihre sehr lange Dauer, und dass die Phase der totalen Finsternis zu einer angenehmen Zeit in einer lauen Sommernacht lag.

Die Hans-Haffner-Sternwarte unter dem Blutmond

Dieses astronomische Ereignis ließen sich einige astronomiebegeisterte Schüler und Lehrer nicht entgehen. Dabei hatten sie großes Glück, denn 20 Minuten, bevor der Halbschatten der Erde den Mond berührte, riss der bis dahin vollständig bewölkte Himmel an der Hans-Haffner-Sternwarte auf und gab den Blick auf den Erdtrabanten frei. Um 4:33 Uhr trat der Mond in den Kernschatten der Erde ein und der Mond verfärbte sich langsam von Süden her blutrot. Beeindruckend war dabei auch, wie schnell es durch die einsetzende Bedeckung des Monds deutlich dunkler wurde. Ab 5:41 Uhr strahle der Mond in einem wunderschönen rotorange: Blutmond.

Zu den FKG-Astronomen stießen dann noch unsere ehemalige Konrektorin Michaela Zahn und ihr Ehemann, die es sich nicht nehmen ließen, bei den Schülern und Lehrern an der Sternwarte vorbeizuschauen. Obwohl die Nacht bei knapp -6°C frostig war, fesselte das faszinierende Himmelsschauspiel die Hobbyastronomen und entschädigte für die sehr kurze Nacht.

Um 6:43 Uhr begann der Mond aus dem Kernschatten auszutreten und von oben her wieder im gewohnten Silbrig-weiß zu erstrahlen, jedoch bedeckten aufkommende Wolken ihn kurz darauf, sodass die Gruppe um kurz nach 7 Uhr mit dem Abbau der Instrumente begann. Durchgefroren und etwas müde, aber dennoch glücklich, machte sich die Gruppe auf den Weg nach Würzburg, um rechtzeitig zum Unterricht im FKG zu sein.

Mondfinsternisse kommen zustande, wenn sich die Erde zwischen den Mond und die ihn beleuchtende Sonne schiebt und so der Schatten der Erde auf den Mond fällt. Wenn dabei Sonne, Erde und Mond wie am 21. Januar 2019 genau auf einer Geraden liegen, verdunkelt der Kernschatten der Erde den Mond komplett und kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Ganz dunkel wird der Mond dabei jedoch trotzdem nicht, weil die Erdatmosphäre einen Teil des Sonnenlichts auf den Mond lenkt. Dieses Licht ist außerdem rot, was in früheren Jahrhunderten als unheilvoll empfunden wurde. Die Färbung kommt daher, dass das langwellige rote Licht die Erdatmosphäre leichter durchdringen kann als das kürzerwellige grüne und blaue Licht. Dieses wird nämlich in der Erdatmosphäre stärker gestreut, sodass davon viel weniger auf den Mond fällt. Somit überwiegt der rote Anteil deutlich und der verfinsterte Mond erscheint rot, weshalb auch vom „Blutmond“ gesprochen wird.

Bis wir das nächste Mal eine totale Mondfinsternis bei uns beobachten können, müssen wir zehn Jahre warten. Zwar gibt es in den Jahren 2022 und 2025 bei uns wieder Mondfinsternisse, diese werden aber schlecht beobachtbar sein, da der Mond dann in der Bedekungsphase nur knapp über dem Horizont stehen wird. Erst 2028, am Silvesterabend, wird die nächste Mondfinsternis stattfinden, die bei uns in Mainfranken halbwegs gut beobachtbar sein dürfte.

Christian Lorey, Martin Feige
Vollmond um 4.25 Uhr
Der Kernschatten der Erde schiebt sich über die Mondscheibe - 4.36 Uhr
4.42 Uhr
4.52 Uhr
5.11 Uhr
Im Kernschatten schimmert der Mond rot - 5.12 Uhr
5.29 Uhr
5.43 Uhr
6.07 Uhr
6.35 Uhr
Ende der Totalität.6.45 Uhr
6.46 Uhr
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