Schulleben

SchullebenBlickpunkte„Homo Empathicus“ - Das Paradies ist die Hölle

„Homo Empathicus“ - Das Paradies ist die Hölle

Aufführung des Theaterkurses der Oberstufe

(Bild: Thomas Stadler)

(Bild: Thomas Stadler)

„Was ist schlimm? Schlimm ist gar nichts.“ - Eine utopische Gemeinschaft, die bis zum Anschlag auf Einfühlung und Harmonie getrimmt ist und die konsequent geschlechtsneutral kommuniziert: Aus „der Mensch“ wird „das Mensch“.  Alle scheinen alle zu verstehen, sind sich unentwegt einig und tragen Einheitskleidung. Zweifel und Probleme werden „weggesprochen“. An der eigenen, vor allem körperlichen Optimierung wird beständig gearbeitet. Auf das eigene Scheitern, selbst noch auf den Tod, wird mit Verständnis reagiert. Immer wieder wollen die Bewohner der achtsamen Kuschelwelt bewegende Gespräche und Umarmungen in ihrem „Dankbarkeits-Tagebuch“ festhalten. Doch dann bricht ein rauchendes, trinkendes und streitendes Paar aus unserer Gegenwart ein: Adam und Eva. Die Toleranz kommt an ihr Ende und die Idylle gerät ins Wanken… denn das Mitgefühl kann sich nur dem Eigenen zuwenden, nicht dem radikal Anderem bzw. Fremden.

Die Oberstufen-Theatergruppe des Friedrich-Koenig-Gymnasiums inszenierte unter der Regie von W. Ziegler das komisch-beklemmende Stück über eine schrecklich konfliktfreie Gesellschaft. Dabei überzeugte sie nicht nur durch präzisen Körper- und Sprachausdruck, sondern auch durch akrobatische und choreographische Einlagen. Das Ensemble wurde an zwei Abenden vom zahlreich erschienenen Publikum für seine intensive Probenarbeit und überzeugende Leistung mit langanhaltendem Applaus belohnt.

(Bild: Thomas Stadler)

Winfried Ziegler
01.04.2026