Friedrich-Koenig-Gymnasium

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Nachhaltig leben - Tipp 4: Kosmetik

„Das Richtige zu tun bleibt richtig, auch wenn es nicht die Welt rettet.

Autorenlesung mit Dirk Reinhardt

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Dirk Reinhardt im Gespräch mit den neunten Klassen Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit Buchautoren zu bringen, ist seit jeher ein großes Anliegen des FKG. Seit einigen Jahren schon ist der renommierte Kinder- und Jugendbuchautor Dirk Reinhardt zu Gast am FKG, um für die Jahrgangsstufe 9 aus seinem Roman "Edelweißpiraten" lesen. Dieses Jahr fand die Lesung erstmals als Videokonferenz statt, sodass Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte von zu Hause aus den Ausführungen folgen konnten. Dirk Reinhardt ist nicht nur ein großartiger Erzähler; er schlägt mit der Thematik seines Romans auch eine Brücke zwischen dem Deutsch- und dem Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe, was seine Lesungen für die Schule besonders wertvoll macht. Vollständig finanziert wurde die Veranstaltung in diesem Jahr vom Verein der Freunde des FKG, an den hier noch einmal ein herzliches Dankeschön geht.
Die Gruppe der sog. "Edelweißpiraten" bestand aus Jugendlichen, denen die Freiheit als oberstes Ideal galt und die sich daher mit provokanten Liedern, langen Haaren und bunter Kleidung bewusst von der gleichgeschalteten Hitlerjugend und ihrer braunen Uniform absetzten. Kam es anfänglich nur zu regelmäßigen Schlägereien zwischen den Edelweißpiraten und Mitgliedern der HJ, wurden bald SS und Gestapo ihre Gegner. Es folgten Verhaftungen und Folter, und nur sehr wenige aus der Gruppe überlebten die letzten Kriegsmonate.
Nach eigener Aussage war es Dirk Reinhardts Ziel, mit seinem 2012 erschienenen Roman der vielen eher unbekannten Widerstandsbewegung der "Edelweißpiraten" mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wie der Autor ausführte, gingen dem Roman Monate intensiver Recherche voraus, sodass alle wesentlichen Ereignisse in der Romanhandlung, wie z.B. ein Bombenangriff und seine Auswirkungen, auf nachweisbaren Fakten beruhen. Gestützt auf Bildmaterial informierte der Autor seine Zuhörerschaft zunächst über den historischen Hintergrund, vor dem die Romanhandlung spielt, bevor er Auszüge aus seinem Buch vorlas.
Am Ende der Lesung nahm sich Reinhardt viel Zeit, um auf Fragen von Schülerinnen und Schülern, die dem Autoren dabei auch ein positives Feedback gaben, einzugehen. Die Jugendlichen zeigten vor allem Interesse an der Arbeitsweise des Schriftstellers und holten Ratschläge für das eigene Schreiben ein. So wollte eine Schülerin wissen, wie man das richtige Verhältnis zwischen innerer und äußerer Handlung finde.
Im Nachgang wurde von den Klassen u. a. die "entspannte Stimme" des Autors hervorgehoben, der man sehr gut habe zuhören können. Der Umfang der Lesung wurde als "kurz gehalten" bezeichnet und trotzdem habe man nicht den Eindruck gehabt, dass etwas inhaltlich fehle oder zu kurz abgehandelt worden sei. So habe man durchgängig interessiert zuhören können. Die Präsentation von Bildern habe das Thema sehr anschaulich gemacht, wodurch viel Hintergrundwissen vermittelt worden sei. Der vom Autor ausgewählte Textauszug, der ein Verhör der verhafteten Jugendlichen bei der Gestapo zum Inhalt hat, wurde als "sehr beeindruckende Szene" wahrgenommen. Dirk Reinhardt ging ausführlich und schülerbezogen auf diese und andere Fragen ein, was als sehr positiv herausgestellt wurde.
Der Autor äußerte sich sehr erfreut über das Interesse der Schülerinnen und Schüler und darüber, dass trotz der digitalen Form ein so guter Austausch möglich gewesen sei. Er vermisse dennoch den persönlichen Kontakt zu seiner Zuhörerschaft.
Eine Schülerin konnte der diesjährigen Variante der Lesung aber auf jeden Fall etwas Positives abgewinnen. Sie stellte fest, dass man aufgrund der fehlenden Unruhe und Nebengeräusche viel konzentrierter zuhören konnte, als das in der Schule möglich gewesen wäre.
Wir hoffen dennoch darauf, Herrn Reinhardt im nächsten Jahr wieder leibhaftig bei uns am FKG begrüßen zu dürfen.
Petra Heß

Knospen springen auf - eine Weihnachtsandacht

Margot Brüning/Gottesdienst-Institut Nürnberg

Im ersten Augenblick wirkt das Bild düster, kalt, lebensfeindlich. Aber am Horizont wird es hell. Noch ist das Licht kalt. An einer Stelle jedoch färbt sich das Blau schon in Grün. Die schwarzen Striche, die Knospen an dem dunkel angedeuteten Zweig beginnen sich zu regen. Helles Blattgrün wird frei. Die tiefblauen Flächen scheinen sich unweigerlich öffnen zu müssen. Da ist eine Kraft, die zum Licht drängt: Knospen springen auf.
"Es ist ein Ros entsprungen, aus einer Wurzel zart ... Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß. Mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis." Dieses bekannte Weihnachtslied könnte die Landschaft der Karte durchdringen.
Vielleicht klingen auch biblische Bilder an: "Aus dem Baumstumpf Isais [der Vater Davids] wächst ein grüner Reis, ein junger Trieb aus seiner Wurzel bringt Frucht", heißt es beim biblischen Propheten Jesaja.
In beiden Textpassagen taucht Gott am Horizont auf. Das geschieht an Weihnachten ? in dem kleinen Kind. Mit ihm will sich das Leben durchsetzen. Menschen werden sollen heil werden.
Adventliche, weihnachtliche Menschen sehen Gott als einen, der schon da ist. Wohl wissend, wie zerbrechlich und endlich das Leben ist. Wie mühsam es sein kann, leben zu müssen. Und sie sehen Gott am Horizont als einen, der noch kommt, der Leben mit sich bringt, immer wieder und einmal für immer. In der Hoffnung, dass ein Liebeswort die Angst überwindet.
Wer hofft ist jung Wer könnte atmen ohne Hoffnung dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen ein Liebeswort die Angst überlebt (Rose Ausländer)
In Corona-Zeiten denken wir neu und spüren die Provokation verschlossener Türen und Freiheiten, das Elend der zu kurz Gekommenen. Wir spüren Abstand.
Wir spüren Angst vor Krankheit, aber auch Gedankenlosigkeit. Sehen Verunsicherung und die Sehnsucht nach einfachen Antworten, die Verschwörungstheorien wachsen lässt. Aber drehen wir uns mit unseren Regeln und unseren Sorgen, nicht doch manchmal zu sehr um uns selbst?
In diese selbstbezogene, durcheinandergeratene und äußerst verletzte Welt hinein wird Gott geboren. In die Kränkungen und Krankheiten hinein. Es ist viel Ernst um die Krippe, um dieses Kind. Und deshalb, weil es Gott ernst ist, ist das was geschieht, für uns ein Segen.
?Siehe?, sagt Jesus, ?ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.? Wir feiern ein wichtiges Fest auf bisher nicht gewohnte Weise. Aber die Botschaft des Festes bleibt nicht auf Abstand.
Gott ist da, hier, in dir. In diesem Licht, in seinem Wort. In manchmal müden Augen, in abgearbeiteten Händen. In unaufgeräumten Herzen, in unerfüllter Liebe. In der Hoffnung auf gute Nachricht. Er sagt: ?Ich bleibe.? Ohne Abstand.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Euch bzw. Ihnen
Winfried Ziegler

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