Friedrich-Koenig-Gymnasium

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Nachhaltig leben

„Das Richtige zu tun bleibt richtig, auch wenn es nicht die Welt rettet.

Knospen springen auf - eine Weihnachtsandacht

Margot Brüning/Gottesdienst-Institut Nürnberg

Im ersten Augenblick wirkt das Bild düster, kalt, lebensfeindlich. Aber am Horizont wird es hell. Noch ist das Licht kalt. An einer Stelle jedoch färbt sich das Blau schon in Grün. Die schwarzen Striche, die Knospen an dem dunkel angedeuteten Zweig beginnen sich zu regen. Helles Blattgrün wird frei. Die tiefblauen Flächen scheinen sich unweigerlich öffnen zu müssen. Da ist eine Kraft, die zum Licht drängt: Knospen springen auf.
"Es ist ein Ros entsprungen, aus einer Wurzel zart ... Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß. Mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis." Dieses bekannte Weihnachtslied könnte die Landschaft der Karte durchdringen.
Vielleicht klingen auch biblische Bilder an: "Aus dem Baumstumpf Isais [der Vater Davids] wächst ein grüner Reis, ein junger Trieb aus seiner Wurzel bringt Frucht", heißt es beim biblischen Propheten Jesaja.
In beiden Textpassagen taucht Gott am Horizont auf. Das geschieht an Weihnachten ? in dem kleinen Kind. Mit ihm will sich das Leben durchsetzen. Menschen werden sollen heil werden.
Adventliche, weihnachtliche Menschen sehen Gott als einen, der schon da ist. Wohl wissend, wie zerbrechlich und endlich das Leben ist. Wie mühsam es sein kann, leben zu müssen. Und sie sehen Gott am Horizont als einen, der noch kommt, der Leben mit sich bringt, immer wieder und einmal für immer. In der Hoffnung, dass ein Liebeswort die Angst überwindet.
Wer hofft ist jung Wer könnte atmen ohne Hoffnung dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen ein Liebeswort die Angst überlebt (Rose Ausländer)
In Corona-Zeiten denken wir neu und spüren die Provokation verschlossener Türen und Freiheiten, das Elend der zu kurz Gekommenen. Wir spüren Abstand.
Wir spüren Angst vor Krankheit, aber auch Gedankenlosigkeit. Sehen Verunsicherung und die Sehnsucht nach einfachen Antworten, die Verschwörungstheorien wachsen lässt. Aber drehen wir uns mit unseren Regeln und unseren Sorgen, nicht doch manchmal zu sehr um uns selbst?
In diese selbstbezogene, durcheinandergeratene und äußerst verletzte Welt hinein wird Gott geboren. In die Kränkungen und Krankheiten hinein. Es ist viel Ernst um die Krippe, um dieses Kind. Und deshalb, weil es Gott ernst ist, ist das was geschieht, für uns ein Segen.
?Siehe?, sagt Jesus, ?ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.? Wir feiern ein wichtiges Fest auf bisher nicht gewohnte Weise. Aber die Botschaft des Festes bleibt nicht auf Abstand.
Gott ist da, hier, in dir. In diesem Licht, in seinem Wort. In manchmal müden Augen, in abgearbeiteten Händen. In unaufgeräumten Herzen, in unerfüllter Liebe. In der Hoffnung auf gute Nachricht. Er sagt: ?Ich bleibe.? Ohne Abstand.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Euch bzw. Ihnen
Winfried Ziegler

Adventsfeuer

Bild zum Artikel "Adventsfeuer"

Da unsere Adventsmeditationen mit Lebkuchenfrühstück in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnten, veranstalteten die Fachschaften Religionslehre ein "Adventsfeuer" im Pausenhof. Die dafür entstandene Geschichte könnt ihr hier noch einmal lesen. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und "erwärmte Herzen".
Das Feuer der Hirten - die Weihnachtsgeschichte zum Adventsfeuer am FKG Es war eisig kalt. Lukas fror so sehr, dass er entschloss das Feuer bereits jetzt anzuschüren. ?Gar nicht leicht, wenn einem die Finger abfrieren?, dachte er sich. Sein Papa Michael, erinnerte sich Lukas, war Meister darin gewesen, Holzstücke zu jeder Jahreszeit zum Brennen zu bringen.
Einmal ? Lukas war damals gerade 7 oder 8 Jahre alt gewesen ? wollte er selbst ein Feuer machen. Er hatte sich das schon oft von seinem Papa abgeschaut. ?Alles easy?, dachte er und machte sich ans Werk. Er bereitete alles vor und nahm sich gerade die Feuersteine, um das Feuer zu entfachen, da hörte er einen lauten Schrei: ?Stooooop! Was um alles in der Welt machst du da?!? Lukas zuckte so sehr zusammen, dass er die Steine auf sein mühevoll vorbereitetes Lagerfeuer fallen ließ. Mit böser Miene kam sein Papa auf ihn zu und schaute ihn vorwurfsvoll an.
?Ich ? ähm ? ich wollte uns ein Feuer machen?, versuchte Lukas sich zu verteidigen. Er verstand absolut nicht, weshalb sein Papa so böse auf ihn war und schaute ganz bedröppelt drein. Sein Vater schien zu merken, dass er etwas über die Strenge geschlagen hatte und fragte Lukas behutsam: ?Aber warum machst du das denn ganz alleine? Mama und ich haben dir doch schon oft gesagt, dass Feuer sehr gefährlich sein kann.?
Lukas antwortete darauf ein wenig empört: ?Na also bitte, ich bin doch schon groß und weiß, wie man mit Feuer umgeht?. Ein verschmitztes Lächeln zog sich über das Gesicht seines Vaters. ?Na das wollen wir jetzt aber mal testen, hier deine Steine.?
Lukas nahm sie in die Hand und schlug sie mit hoher Geschwindigkeit gegeneinander. Nach dem dritten Anlauf entstanden kleine Funken, fielen auf das Brennmaterial und es bildete sich eine winzige Glut. Lukas pustete die Glut an und nach und nach entstand eine große Flamme. Sichtlich stolz grinste Lukas bis über beide Ohren. In diesem Augenblick eilte seine Mutter Maya zu ihnen. Ganz erschöpft entgegnete sie: ?Na da habt ihr ja ein schönes Feuer entfacht, ihr zwei. Immerhin bleibt uns noch die Wärme, mit dem Essen wird es heute leider wieder knapp. Aber sagt mal, wo sind überhaupt die ganzen Schafe??
Mit ruhiger Stimme beruhigte Michael seine Frau: ?Keine Sorge, die Schafe sind doch schon längst am Schlafen und wir haben hier alles im Griff.? Erleichtert fing Lukas´ Mutter an zu Strahlen und fragte neugierig: ?Habt ihr denn schon von den neuesten Ereignissen gehört?? Lukas und sein Papa schauten sich fragend an und schüttelten gleichzeitig den Kopf. Euphorisch verkündete sie die frohe Botschaft: ?Heute Nacht wurde der Heiland geboren! Gerade habe ich es von anderen Hirten gehört!?
Lukas stutzte, weil er nicht genau wusste, weshalb sich seine Eltern so freuten und fragte unsicher: ?Was ist denn überhaupt ein Heiland?? Seine Mutter lächelte ihn an und antwortete ihm: ?Schau dir das Feuer genau an. Ein Heiland will auch ein Feuer anzünden. Allerdings keines, wie wir es haben, sondern ein Feuer der Hoffnung. Er will damit die Herzen aller Menschen erwärmen. Also auch die Herzen armer Menschen, wie wir es sind. Er will uns zeigen, dass Gott immer bei uns ist. Dass jeder Mensch ganz wertvoll ist. Er will allen zeigen, dass wir aufhören können, aufeinander böse zu sein und liebevoll miteinander umgehen können. Wie lange wir schon auf diese frohe Botschaft gewartet haben!?
Auch sein Papa freute sich sehr. ?Was für eine tolle Nachricht?, entgegnete er, ?jetzt werde ich diese frohe Botschaft immer damit verbinden, wie du zum ersten Mal alleine Feuer gemacht hast.? Stolz drückte Lukas´ Mama ihn ganz fest an sich und sein Papa, der wirklich eine ganze Herde Schafe mit der Spannweite seiner Arme umfassen könnte, schloss seine kleine Familie fest in seine Arme. In diesem Moment wurde allen ganz warm ums Herz, als würden sie das Feuer, das vor ihnen loderte, in sich spüren.
Ungestört von der Harmonie, die in diesem Augenblick von der Familie ausging, trottete Schaf Mäxchen seelenruhig am Lagerfeuer vorbei, stolperte über seine eigenen Füße und landete in der Pfütze, die nicht unweit der Familie durch den Regen am Vortag entstanden war. Maya, die das Schaf als erstes entdeckt hatte und ihre beiden Jungs darauf aufmerksam machte, musste laut loslachen: ?Na ich sehe schon, wie ihr eure Schafe im Griff habt. Tollpatschig wie ihr beiden sind sie allemal.? Damit brachte sie alle so sehr zum lachen, dass sie kaum noch damit aufhören konnten. Für Lukas war das ein so schöner Moment, dass er bei sich dachte: ?Diesen Tag werde ich nie vergessen!?
Und das hat er bis heute nicht. Immer wenn Lukas ein Feuer sieht, erinnert er sich an diesen wundervollen Moment zurück als er mit seinen Eltern am Lagerfeuer stand und sie sich über die frohe Botschaft freuten. Und an Mäxchen, das Schaf, das tollpatschiger nicht hätte sein können. Ein schöner Gedanke.
Amelie Rapke, Winfried Ziegler

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